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Theaterstück nach dem Buch von Axel Hacke für kleine und große Könige ab sechs Jahren





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von Cornelia Mann, Badische Neueste Nachrichten, Nr. 90, Montag, 17. April 2000

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Eigentlich ist das Leben von Herrn Huber recht ereignislos. Jeden Morgen ins Büro, abends wieder zurück - und das Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat. Ein ganz normales Leben eben. Doch das ändert sich schlagartig, als König Dezember II., Sohn von Dezember 1. und Enkel von Januar III. in sein Leben tritt. Knappe 20 Zentimeter klein, aber jeder Zoll ein Bündel an Einfallsreichtum und Phantasie.
"Der kleine König Dezember", in Szene gesetzt vom Figurentheater "Gingganz" aus Meensen/Göttingen, war in diesem Jahr die letzte Kindervorstellung während der Gernsbacher Puppentheaterwoche. Ein Einmannstück gewissermaßen, denn Michael Staemmler spielte nicht nur den Bürohengst Huber sondern lieh auch dem kleinen König seine Stimme. Ein Stuhl, ein Schreibtisch und ein blauer Samtvorhang, eine knuddelige Holzfigur und ein Puppenspieler mit Leib und Seele machten aus dem "Kleinen König Dezember" 50 unvergessliche Minuten für kleine und große Puppentheaterbesucher. Inszeniert nach einem Buch von Axel Hacke, untermalt mit der Musik von Regina Pastuszyk (Aachen) und Barbara Buchholz (Bielefeld) verflogen die Minuten wie Sekunden.
Es wurde eine Reise in das Reich "Verkehrt" des kleinen Königs, in der alles umgekehrt ist. Die Menschen kommen als Große zur Welt, sind zunächst weise, doch dann vergessen sie immer mehr und werden immer kleiner, bis eben nichts mehr da ist. König Dezember hat nur eines im Sinn: Er spielt für sein Leben gerne. Dafür hasst er nichts so sehr wie Langeweile. Und er nimmt Huber behutsam unter seine Fittiche, beschert ihm - und den großen und kleinen Zuschauern - eine Lektion in Sachen Phantasie, die zumindest die Großen am Ende doch etwas nachdenklich nach Hause entließ. Wie schön wäre doch das alltägliche Einerlei, wenn wir Erwachsenen öfter mal den Mut aufbrächten, unseren Träumen und unserer Phantasie ein wenig mehr Raum zu geben - so wie unsere Kinder das fast selbstverständlich vorleben. Oder auch der kleine König Dezember, der seine zahllosen Traumschachteln hütet wie einen Schatz. Denn "der Kopf ist jetzt endlich frei für die wirklich schönen Dinge", erklärt König Dezember dem verdutzten Huber.
So war das Stück "Der kleine König Dezember" eben auch ein Stück über den unschätzbaren Wert der Phantasie, ein Stück über den Irrsinn des Alltagswahnsinns, dem wir Großen uns fast widerstandslos tagtäglich beugen, Beim kleinen König wird aus der Straßenkehrmaschine ganz schnell eine Pudelrettungsmaschine, da entsteht aus dem langweiligen Nichts in Hubers Wohnung eine springlebendige Stadt der Phantasie.
Doch "Der kleine König Dezember" war auch ein Paradebeispiel dafür, dass man Kinder mit ganz wenig ganz viel begeistern kann und aus ihrer virtuellen Welt zwischen Teletubbies und PC ohne großen Pomp für eine knappe Stunde unterhaltsam und lehrreich gleichermaßen entführen kann. Und so ganz nebenbei war es auch ein Lehrstück für die anwesenden Erwachsenen, ihre Kinder und / oder Enkel ernst zu nehmen, so ab und an ihren Träumen zu folgen und die Welt mit ihren Augen zu betrachten. "Lasst uns die Zeit verschwenden, ein Leben mag niemals enden", philosophiert der kleine König und gibt so gleichsam eine Gebrauchsanweisung für die Großen mit auf den Heimweg, wie man dem Alltagstrott leicht entfliehen kann. Das Figurentheater "Gingganz" und vor allem Michael Staemmler empfahlen sich nachhaltig mit 23 Berufsjahren für weitere Puppentheaterwochen in Gernsbach. |

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Der kleine König Dezember bekam ganz menschliche Züge

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Kleiner König, große Weisheit

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 © Figurentheater Gingganz, 2001-2005
Figurentheater Gingganz - Inszenierungen für Kinder und Erwachsene, Straßentheater - gegründet 1984 in Göttingen, fahrendes Theater, umfangreiches Repertoire von Märchen über "Der Kleine König Dezember" und "Oh wie schön ist Panama" bis hin zu Goethes "Faust", "Don Carlos" und "Warten auf Godot".
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