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DIE BREMER STADTMUSIKANTEN
Ein Märchen mit Marionetten, Masken und Musik für Kinder ab vier Jahren


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Die "Stadtmusikanten" haben die Lösung

Rhein-Neckar-Zeitung, 14. November 1990


Das Figurentheater Gingganz mit dem bekannten Märchen in der Zweigstelle der Stadtbücherei

Weinheim. Was macht ein Esel, dem das Leben als Lastenträger zu beschwerlich geworden ist? Wohin mit einem Jagdhund, der zu gebrechlich ist, seine gestellte Beute seinem Herrchen zu bringen, oder mit einer Katze, die zum Mäusejagen zu langsam ist? Wie entgeht ein Hahn dem Schlachtmesser seiner Besitzer? Das Grimmsche Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" hat für diese hoffnungslosen Existenzen glücklicherweise eine Lösung parat. Es lässt Esel, Hunde, Katze und Hahn zusammenfinden und gemeinsam den Weg nach Bremen einschlagen, um dort als Stadtmusikanten eine Anstellung zu suchen.

Den Inhalt des Märchens kannten die meisten Kinder, die am Donnerstag Nachmittag in die Zweigstelle der Stadtbibliothek in der Bonhoeffer-Schule kamen. Das Figurentheater Gingganz gestaltete die altbekannte Geschichte allerdings in einer ansprechenden und phantasievollen Form: Ansprechend war die Vorführung im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Kinder durften dem Erzähler auf die Sprünge helfen, wie ein Märchen aus Zeiten, als es "noch keinen Fernseher, keine Computer und Waschmaschinen gab", begann. Richtig, mit "Es war einmal..."

Auch die Stimmen der Tiermarionetten wurden an den entsprechenden Stellen begeistert von den Kindern imitiert, I-A, Wauwau, Miau und Kikeriki erklang es, wenn die schönen, großen, holzgeschnitzten Tierfiguren auftauchten: der Esel mit den senkrecht aufgestellten Ohren, der Hund mit hebebereitem Hinterbein, die Katze mit hochstellbarem Buckel und der Hahn mit verlängerbarem Hals.

Michael Staemmler, Erzähler und Spieler des Märchens in einer Person, präsentierte jedes Tier mit passender Stimme, den Gockel sogar mit plattdeutschem Dialekt. Mit einfachen Mitteln verwandelte er die Bühne in einen dusteren Wald, eine Mühle oder ein geheimnisvolles Räuberhaus. Um die Wanderung der Tiere nach Bremen darzustellen, befestigte er alle Holzfiguren an einer Art Karussell und bewegte dieses im Kreis, während er dazu Ziehharmonika spielte und sang. Ab und zu schlüpfte der Märchenerzähler auch hinter eine der holzgeschnitzten Masken, um einen Müller, eine alte Bäuerin oder zwei furchtbare Räuber darzustellen.

Letztere, besonders ein von den Bösewichtern abgefeuerter Pistolenschuß, brachte bei den kleinen Zuschauern unterschiedliche Reaktionen hervor. Während ein paar Kinder ängstlich aus den vorderen Reihen zu ihren Müttern nach hinten drängelten, stießen andere wahre Begeisterungsschreie aus und lauerten gespannt auf den Ausgang des Märchens: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann musizieren die Bremer Stadtmusikanten noch heute."

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© Figurentheater Gingganz, 2001-2005
Figurentheater Gingganz - Inszenierungen für Kinder und Erwachsene, Straßentheater - gegründet 1984 in Göttingen, fahrendes Theater, umfangreiches Repertoire von Märchen über "Der Kleine König Dezember" und "Oh wie schön ist Panama" bis hin zu Goethes "Faust", "Don Carlos" und "Warten auf Godot".