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Ein Drama für zwei Spieler, zehn Marionetten, Akkordeon und kleines Schlagzeug.
Sehr frei nach Friedrich Schiller, bedeutend verbessert von Silvius Landsberger.





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von Jürgen Haberer, Lahrer Zeitung 28.11.2005

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„Don Carlos“ wird zu einem der Höhepunkte der Lahrer Puppenparade
 Lahr. Inszeniert als volkstümlich-derbe Kasperei, sorgte Friedrich Schillers „Don Carlos“ für einen der Glanzpunkte der diesjährige Puppenparade. Das Figurentheater Gingganz servierte am Samstagabend eine unterhaltsame Aufführung mit bissiger Satire und Spielwitz.
Das greifbar nahe Happy End löst sich in Rauch auf.
Kasper hat es von Anfang an gewusst. Die „Komede“ nach Friedrich Schillers „Don Carlos“ kann einfach nicht gut ausgehen. Nach 90 Minuten Drama ist das Happy End zum greifen nahe und löst sich dann doch mit Blitz und Donner in Rauch auf. Der glücklose Revoluzzer Marquis Posa zündet die Bombe, die Kulisse und alle Akteure sind im Eimer, zurück bleibt nur der Kasper selbst, als bajuwarisch- kerniger Protagonist und zynischer Kommentator. Nach all dem Schlamassel der Abend ist es aus Kaspers Sicht Zeit für einen Schlussstrich und ein Bier auf dem Heimweg, die rund 70 Köpfe zählende Schar der Zuschauer zeigte sich jedoch alles andere als enttäuscht.
Mechthild und Michael Staemmler aus Göttingen haben mit ihrem geistreichen, atmosphärisch bewusst rustikalen Puppenspiel sichtlich beeindruckt und ganze Arbeit geleistet. Der frei bearbeitete Klassiker verwandelte sich in ihren Händen in ein durch und durch kerniges Volkstheater mit Liebe, Mord und Todschlag, bissiger Satire, politischen Seitenhieben und echten Typen. Schillers mit amourösen Seitenpfaden gespicktes Drama über Politik und Macht verwandelt sich in den Händen der beiden Puppenspieler in eine herrliches Possenspiel in Stil klassischer Volksbühnen. Ihre spärlich bekleideten Holzpuppen entwickeln erstaunlich greifbare Charaktere, im Mittelpunkt steht der Kasper als urbayerisches Schlitzohr, Erzähler und Mittler zwischen den Parteien.
König Phillip von Spanien ist ein kugelrundes Unikum voller Komplexe, ein regierungsmüder Herrscher und Spielball seiner Berater. Sein Sohn Don Carlos ist ein unbeholfener Tölpel und mindestens genauso hölzern wie seine angebetete Stiefmutter, Königin Elisabeth. Ganz anders die zweite Frauenfigur, Prinzessin Eboli, die als dralles, intrigantes Vollblutweib fast schon an eine bayerische „Carmen“ erinnert. Der Marquis Posa wird zum Jugendfreund Kaspers, zum Maulhelden und Revoluzzer mit Sonnenbrille und Bombe.
Die Palastwachen sorgen für zusätzlichen witzigen Schmackes
Für zusätzlichen Schmackes sorgen die Palastwachen, die als herrlich skurrile Vögel, die mit verwickelten Rechtsauslegungen und zackigem Auftreten glänzen. Am Ende wird „Don Carlos“ so zu einem echten Theatervergnügen mit Anspielungen auf die Tagespolitik und Marionetten, die alte Schlager schmachten und eifrig Intrigen Spinnen. Als Mittel genügten dabei ein Akkordeon und ein kleines Schlagzeug, zehn Puppen, ein paar Samttücher, Rauch, Licht und eine so sicherlich nicht erwartete Sprach- und Sprechkultur. |

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Don Carlos beim Internationalen Fest der Puppen

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"Carlos" als Figurentheater: "Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel"

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Don Carlos, eine schillernde Figur

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Förderverein für Puppenkultur

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Persiflage auf Klassiker

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 © Figurentheater Gingganz, 2001-2005
Figurentheater Gingganz - Inszenierungen für Kinder und Erwachsene, Straßentheater - gegründet 1984 in Göttingen, fahrendes Theater, umfangreiches Repertoire von Märchen über "Der Kleine König Dezember" und "Oh wie schön ist Panama" bis hin zu Goethes "Faust", "Don Carlos" und "Warten auf Godot".
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