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Ein Spektakel um Goethe, den Weltgeist, die Sprache und um das, was die Welt im Innersten zusammenhält.





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von kat., Wolfsburger Nachrichten 16.02.2001

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Michael Staemmler vom Figurentheater Gingganz brachte eine amüsante Faust-Version auf die Bühne
 Ein turbulenter Tag war das im Leben des großen Dichters und Denkers Johann Wolfgang von Goethe just sollte er sein großes Werk, den Faust, fertig stellen. Mit seinem respektlosen Umgang mit Goethe zog Michael Staemmler vom Figurentheater Gingganz aus Göttingen mal als Eckermann, mal als Geist von Goethes Mutter, am Sonntagabend das Publikum in der Bollmohr Scheune sofort in seinen Bann.
Goethe, diesmal bloß eine Holzpuppe mit kleinem Kopf, ebenfalls gespielt von Staemmler, saß in seiner Schreibstube. Doch kam er dort nicht so recht zur Ruhe, störte ihn doch auch noch Johann Peter Eckermann aus Winsen an der Luhe, der ihm beim Dichten über die Schulter sehen wollte, Der Goethe - Bewunderer trug dem Dichterfürst das Gedicht "Das Heideröslein" vor. Völlig unbeeindruckt zeigte sich der Poet: "Ja und? Zu viele Worte, zu viele Worte", kommentierte er,
Während Goethe und Eckermann dann das Archiv aufräumten, tauchte "Mutti", die längst gestorbene Mutter Goethes auf und sorgte für weiteres Durcheinander. Sie sei gekommen, damit es auch ein bisschen schön sei. "Heute hat er Stress", sprach sie und entdeckte in den Unterlagen des Sohnes das Heideröschenlied.
Eckermann war von der Schaffenskraft Goethes so sehr beeindruckt, dass er mit seinem Diktiergerät die anhaltende Stille, während der der Dichter dachte, aufnahm. Die beiden Männer diskutierten miteinander und Goethe raunzte den jungen Bewunderer immer wieder an.
Auch nach der Pause ging die Geschichte sehr turbulent und mit viel Wortwitz weiter. Goethe kündigte seinem jungen Freund und ließ sich nur durch das Versprechen einer Homepage www.goethe.de erweichen: "Nun gut, man kann es ja noch mal probieren."
Das Ende kam abrupt: Goethe gab das Heideröslein als sein eigenes Gedicht aus. "Es ist ein frühes Gedicht, ganz früh habe ich es geschrieben. Morgens früh um sechs." Empört trennte sich Eckermann von seinem Vorbild Als der große Dichter einfach dazu schwieg, meinte der junge Mann: "Das ist ein Scheiß-Schluß." So überdachte er seinen Entschluss und verabschiedete sich: "Bis morgen."
Für viel Gelächter sorgte die recht ungewöhnlich inszenierte Geschichte ebenfalls, Goethe reimte, was das Zeug hielt. Äußerst komisch war, wie plötzlich die moderne Technik in Form eines Handys, eines Diktiergeräts oder der Taschenlampen Einzug in die klassische Studienstube Goethes hielt. Und äußerst gekonnt spielte Michael Staemmler gleichzeitig auf einem Akkordeon und einer Posaune seiner "Akkosaune". Wer sich durch die Ankündigung "Dauer der Vorstellung: Eine halbe Ewigkeit (mit Pause)" nicht abschrecken ließ, die Vorstellung zu besuchen, war gut beraten. Denn die vielen Ideen, die im Stück untergebracht waren, ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. |

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Den Dichterfürst Goethe vom Olymp herabgeholt

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Ein großartiger Schauspieler

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Heideröslein eine Abfuhr erteilt

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Michael Staemmler mit Figurentheater „Gingganz" aus Göttingen in „Kunst & Bühne"

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Satirisch bissig

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 © Figurentheater Gingganz, 2001-2005
Figurentheater Gingganz - Inszenierungen für Kinder und Erwachsene, Straßentheater - gegründet 1984 in Göttingen, fahrendes Theater, umfangreiches Repertoire von Märchen über "Der Kleine König Dezember" und "Oh wie schön ist Panama" bis hin zu Goethes "Faust", "Don Carlos" und "Warten auf Godot".
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