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Ein Spektakel um Goethe, den Weltgeist, die Sprache und um das, was die Welt im Innersten zusammenhält.





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von kh., Ruhr-Nachrichten / Buersche Zeitung - Tage des Deutschen Puppenspiels, 21. Januar 2000

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Theater Gingganz folgte respektlos den Spuren des Klassikers
 Ein großer Dichterfürst als kleine Nummer: Michael Staemmler vom Figurentheater Gingganz setzte sich bei den Puppenspieltagen im Revierpark Nienhausen voller Witz und Ironie mit Goethe auseinander.
Goethe lebt! Zumindest in der urkomischen Inszenierung "Heute: Faust!", mit der das Figurentheater Gingganz am Mittwoch Abend bei den Puppenspieltagen im Revierpark Nienhausen auftrat.
Laut "Mutti" Goethe - die ist allerdings nur noch als Geist mit von der Partie - ist der Sohnemann nach dem Goethe-Jahr zwar etwas gestresst. Doch schon warten neue Herausforderungen auf den Poeten. So ruft etwa ein Herr Herzog an und fragt, ob denn nicht vielleicht der Herr Geheimrat den Ehrenvorsitz...?
Aber Johann Wolfgang, den mittlerweile leicht tütteligen und recht kiebigen Tattergreis, plagen ganz andere Sorgen. Da ist zunächst das letzte große Werk, der "Faust", zu vollenden - ein "ziemlicher Haufen Arbeit".
Dabei würde der junge Dr. Eckermann dem Dichter zu gern über die Schulter schauen. Und so schließen die beiden einen Pakt: Zunächst soll der eifrige Nachwuchsdichter, dessen Werk "Heideröslein" Goethe gnadenlos als "Pennälerlyrik" verreißt, das Archiv des Meisters sortieren.
Im Gegenzug darf Eckermann ihm bei der Dichtkunst "assistieren". Eine ganz linke Nummer, denn das Archiv entpuppt sich als alter Plunder, den Eckermann entsorgen soll.
Der berühmte Poet scheint nicht mehr auf der dichterischen Höhe zu sein. Er zeigt eine Vorliebe für tiefschürfende Sprichwörter wie "Wer A sagt, muß auch B sagen". Schließlich offenbart er gar das kuriose Geheimnis seiner Dichtkunst.
Mit Humor- aber nicht respektlos
Er verfällt in einen Trancezustand, und ein kleines Männchen in seinem Kopf (die Muse?) beschwört ihn "Denke, denke, och nee, denke, noch mehr denke". Selbst kein Kind von Traurigkeit, dichtet er beispielsweise für den unbedarften Eckermann: "Grau, mein Freund ist alle Theorie, wenn Ihr’s nicht tut, erfahrt Ihr’s nie!" Am Ende, selbst unzufrieden mit den Ergebnissen seiner lyrischen Eingebungen, stiehlt er seinem jungen Assistenten dessen Heideröslein - ein letzter Schritt auf dem Weg zum Dichterolymp.
Gespickt mit lyrischen Passagen, subtilen Anspielungen und Goethe-Zitaten, geriet das Figurenspiel von Michael Staemmler zum mitreißenden Improvisationstheater. Humorvoll und originell, jedoch nie respektlos gelang es ihm, den Mythos Goethe gehörig durchzurütteln.
Das amüsierte Publikum hatte er schnell auf seiner Seite, denn so erfrischend menschlich und fehlbar er den Weltliteraten präsentierte, so sehr war zugleich seine Bewunderung für den Meister Goethe zu spüren. |

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Als Goethe eine Homepage und ein Handy bekam

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Ein großartiger Schauspieler

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Heideröslein eine Abfuhr erteilt

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Michael Staemmler mit Figurentheater „Gingganz" aus Göttingen in „Kunst & Bühne"

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Satirisch bissig

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 © Figurentheater Gingganz, 2001-2005
Figurentheater Gingganz - Inszenierungen für Kinder und Erwachsene, Straßentheater - gegründet 1984 in Göttingen, fahrendes Theater, umfangreiches Repertoire von Märchen über "Der Kleine König Dezember" und "Oh wie schön ist Panama" bis hin zu Goethes "Faust", "Don Carlos" und "Warten auf Godot".
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